Dämmung von Luftleitungen

Bei zentralen Lüftungsanlagen wie dem SEVi ZG200 oder dem SEVi ZG400 sind Luftleitungssysteme zur Verteilung der Luft notwendig. Hierbei spielt die Dämmung von Luftleitungen eine wichtige Rolle. Zunächst sind die verschiedenen Begrifflichkeiten bei Luftleitungen zu klären:

  • Außenluftleitung: Ansaugung meist kälterer Frischluft von außerhalb des Gebäudes, bezeichnet die Luftleitung von der Außenluftansaugung bis zum Lüftungszentralgerät
  • Fortluftleitung: Abtransport wärmeentzogener Abluft aus dem Gebäude nach außen, Luftleitung vom Lüftungszentralgerät bis zum Fortluftauslass
  • Zuluftleitung: Transport der vorgewärmten Luft vom Lüftungszentralgerät in die einzelnen Zulufträume wie Wohnzimmer und Schlafzimmer etc.
  • Abluftleitung: Abtransport verbrauchter Raumluft aus den Ablufträumen wie Bad und Küche zum Lüftungszentralgerät

Dabei werden die Luftleitungen u.U. durch beheizte Wohnräume oder unbeheizte, kältere Räume geführt. Durch die Ansaugung kalter Außenluft im Winter und der Leitungsführung durch wärmere Räume kann es zur Kondensation kommen. Gleiches gilt für die warme Fortluftleitung, wenn diese durch kältere Räumlichkeiten verlegt wird. Aus energetischer Sicht sind die Luftleitungsführungen in diesen Bereichen möglichst kurz zu halten.

 

Dämm-Vorgaben der DIN 1946 Teil 6

Die Lüftungsnorm DIN 1946-6 macht in Tab. 20 Vorgaben zur Dämmdicke von Luftleitungen bei verschiedenen Konstellationen. Diese Vorgaben gelten für Materialien mit der WLS (Wärmeleitstufe) 045. Materialien dieser Stufe haben eine Wärmeleitfähigkeit λ von 0,045 W/(m*K). Die Wärmeleitfähigkeit als Stoffeigenschaft gibt an, wie groß der Wärmestrom ist, welcher bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin durch eine 1m dicke und 1m² große Materialfläche hindurch strömt. Dieser Wert bezieht sich auf trockene Materialien, da Feuchtigkeit die Wärmeleitfähigkeit erhöht. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit und damit die Wärmeleitstufe eines Materials sind, desto besser eignet es sich als Dämmung.

Nach Lüftungsnorm DIN 1946-6 sind Rohrmaterialien mit einer WLS 045 bei Führung der Außenluftleitung durch die thermische Hülle (gedämmter Gebäudebereich) mit einer Dämmdicke von 60mm vorzusehen. Die Fortluftleitung innerhalb der thermischen Hülle sollte mit 40mm gedämmt werden. Mit diesen Dämmstärken soll der Kondensatbildung infolge hoher Temperaturunterschiede der Luft entgegengewirkt werden.

 

Möglichkeiten der Dämmung von Luftleitungen

Nicht ausreichend gedämmte Rohrleitungen können bspw. mit Mineralwolle und Aluminiumband zusätzlich gedämmt werden. Die zusätzlich angebrachte Dämmung muss dampfdiffussionsdicht sein. Somit wird das Wandern von Wasser(-teilchen) bzw. Wasserdampf in die Dämmschicht verhindert. Wird keine dampfsperrende Schicht installiert, besteht die Möglichkeit, dass bei hohen Lufttemperaturunterschieden feuchte warme Luft in die Dämmung eindringt, dort abkühlt und kondensiert. Schimmelbildung ist die mögliche negative Folge. Aluminiumband oder Armaflex als dampfdiffussionsdichte Materialien können Abhilfe schaffen. SEVentilation bietet als dampfdiffussionsdichte Ummantelung der Mineralwolle verzinktes Stahlblech in Form eines Wickelfalzrohres an. Werden Materialien mit einer geringeren Wärmeleitfähigkeit und somit mit einem höheren Dämmvermögen eingesetzt, können die Dämmdicken entsprechend verringert werden.

Dämmung von Luftleitungen